Howard Beale (Peter Finch) ist ein Prophet. Schon vor 40 Jahren, das Fernsehen hat gerade seine mediale Vormachtstellung errungen, prangerte ein wahnsinnig gewordener Moderator den Verfall des Mediums an. Am Ende wird er quotenträchtig um die Ecke gebracht. Wenn Die Unbestechlichen die Filmfibel für Journalisten ist, dann ist  Network die Ur-Mutter aller Mediensatiren. Interessanterweise erschienen beide Filme im selben Jahr. Nur einer der Gründe, warum wir reden müssen – in einer neuen Folge von Journalistenfilme.de – der Podcast.

Bildmaterial: United Artists.

Howard Beale ist eine Institution im Nachrichtenbetrieb des Fernsehens. Mittlerweile aber auch mehr als nur auf dem Kopf ergraut. Die Sehgewohnheiten des Publikums und die Ansprüche an das noch verhältnismäßig junge Medium sind im Begriff, sich zu wandeln. Die Quoten von Beales Show, sie befinden sich im Sinkflug. Die Anstalt kündigt dem Moderator, in zwei Wochen soll er das letzte Mal vor die Kamera treten. Womit Beale, der dem Sender seine besten Jahre vermacht hat, ganz und gar nicht einverstanden ist. In seiner Sendung am Abend macht Beale eine aufsehenerregende Ankündigung: In zwei Wochen, in seiner Abschiedssendung, werde er sich vor laufender Kamera erschießen. Die Senderoberen sind schockiert. Bis den Verantwortlichen dämmert, dass ihnen der in den Wahnsinn abdriftende Howard Beale echtes Quotengold liefert. Bei den Programmplanern, allen voran Diana Christensen (Faye Dunaway),  fallen nach und nach alle Hemmungen.

Network ist unbestrittenen einer der wichtigsten Medienfilme aller Zeiten. Nicht nur, dass er die Blaupause für nachfolgende Mediensatiren geliefert hat, Sidney Lumets Klassiker nimmt derart viele Entwicklungen im Bereich des Fernsehens vorweg, dass er einem erschreckend aktuell vorkommt. Welche das sind, darüber spreche ich mit dem Blogger, Podcaster und Filmemacher Christian Genzel, einem sehr willkommenen Wiederholungstäter in diesem Programm (höre auch: Folge #1 zu Nightcrawler). Es geht um Profitwahn, die Boulevardisierung von Nachrichten und die menschenverachtende Natur von Trash-TV – viele Gedanken zu einem Film, der viele spannende Aussagen zur Funktionsweise von Fernsehen und Aufmerksamkeitsökonomien trifft. Filmkenntnis sei für den Genuss dieses Podcasts empfohlen, andernfalls lasst Euch von uns und Howard Beale gerne anstecken: “I’m mad as hell, and I’m not going to take it anymore!”

journalistenfilme.de – der Podcast im RSS-Feed.

Vielen Dank an Christian, der den Podcast mit seiner Liebe für Network ungemein bereichert und ohne den der Film wahrscheinlich noch auf meinem Stapel der Schande schlummern würde. Wer mehr über die im Podcast angesprochenen Projekte von Christian erfahren möchte, hier eine Auswahl folgenswerter Links:

wilsonsdachboden.com
Lichtspielplatz: Podcast zu Schtonk!, Shattered Glass und Bad Boy Kummer
Lichtspielplatz bei Facebook/ Twitter
Schlimmer als die Wirklichkeit – Facebook-Sammlung von Christians Trash-TV-Tagebüchern

Christians Spielfim Die Muse (On Demand)
Kurzfilme, Musikvideos & andere Clips von Christian

Weitere Podcasts über Journalistenfilme:

Alle Folgen des Haus- und Hof-Podcasts in der Übersicht
Journalistenfilme to go: Die Podcasts „der Anderen“ zum Thema


Lust, diesen Film zu erwerben? Hier geht’s zu Amazon!

Network

Network [Blu-ray]

* Mit einem Kauf über diesen Affiliate-Link unterstützt Ihr journalistenfilme.de! Mehr Infos hier.