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so ticken Journalisten im Film

Tag: Medienkritik

Rohrpost aus der Zukunft: EWE (2011, Kurzfilm)

„Your Brother is watching you. But you are watching, too.“ Im Kurzfilm EWE ist die Überwachung allgegenwärtig. Mehr noch: Die Menschen in diesem Staat sind in diesem Apparat voll eingebunden. Der anfängliche Widerstand ist verebbt, die Gesellschaft hat sich an die Kameras gewöhnt. Auch der Journalist Nicolai hat sich mit dieser Art von Leben arrangiert…

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Im Namen der Einschaltquote: Citizen Verdict (2003)

Ob Doku-Fiction à la Barbara Salesch oder echte Prozesse, live in die Wohnzimmer übertragen – in den 1990er- und 2000er-Jahren war Gerichts-TV ein Quotenbringer. Häufig unter dem Vorwand moralischer Wertevermittlung inszeniert, zielte das Genre nicht selten auf die Befriedigung voyeuristischer Bedürfnisse ab. Der Fernsehfilm Citizen Verdict treibt dieses Motiv auf die Spitze: Was wäre, wenn die Rechtsprechung den Spielregeln interaktiver Samstagabend-Unterhaltung unterläge?

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Kurz notiert: Wayne Gale in Natural Born Killers (1994)

Ein Reporter stalkt einem psychopathischen Pärchen hinterher – und wird selbst zum Psychopathen. Oliver Stones Kultfilm Natural Born Killers kritisiert die Bigotterie der Medien und lässt mit dem Dokutainment-Host Wayne Gale einen wahren Serienkiller-Groupie walten. Die Quittung gibt es in Form von Blei.

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Von der Print- in die Ehekrise: Gone Girl (2014)

Szenen einer Schein-Ehe: Für Außenstehende sind Nick und Amy Dunne ein Traumpaar. Der smarte Journalist und die fleischgewordene Kinderbuchheldin. Doch mit dem beruflichem Misserfolg und den Umzug in die Provinz blättert der Liebeslack ab. Aus Rache an ihrem inzwischen untreu gewordenen Märchenprinzen „peppt“ Amy die Beziehung wieder auf, indem sie ihr eigenes Verschwinden inszeniert. Öffentlichkeitswirksam, versteht sich. Als versierter Medienprofi weiß sie, worauf die Meute anspringt. Gone Girl – Das perfekte Verbrechen ist nicht nur Krimi, sondern auch ein Film über die Reflexe der Sensationsberichterstattung.

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Weil Journalisten auch nur Menschen sind: Schlagzeilen (1994)

Schlagzeilen ist eines dieser Sandwichkinder. 1994, im Erscheinungsjahr des Films, ist die Hochphase des Journalistenkinos längst passé, seine Renaissance lässt noch ein gutes Jahrzehnt auf sich warten. Dabei ist Ron Howards Komödie ein charmantes, übersehenes Juwel, in dem man die Lebenswirklichkeit von Journalisten funkeln sieht. Mehr als in manchem Klassiker des Genres. 

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Führerkult unter Journalisten: Helmut Dietls Schtonk! (1992)

Hermann Willié Knobel Schtonk

Ob es nun Hitlers Frauen oder Hitlers Flugscheiben über Neuschwabenland sind, Hitlers Helfer oder Hitlers Hoden – jeder weiß: Hitler sells. Dem Stern wurde dieser Führerkult zum Verhängnis. Was als bedeutendster Scoop in die Geschichte des Magazins eingehen sollte, mutierte zum größten Medienskandal der Bundesrepublik: Die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher. Der Film Schtonk! spitzt die   grotesken Ereignisse auf wunderbar beängstigende Art und Weise zu. Dabei ging es Regisseur Helmut Dietl nicht allein darum, die Chronologie des Skandals zu veralbern. Schtonk! arbeitet auf, wozu die Bonner Republik nicht in der Lage war.

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Zodiac (2007): Transparenzprobleme im Tierkreiszeichen

Zodiac Robert Graysmith

Einen Mörder medial hofieren? Kann man mal machen. Alles für Quote, alles für den Club. Kann aber auch schiefgehen. Vor allem dann, wenn der Mörder noch frei herumläuft und plötzlich seine Bedingungen diktiert. So geschehen in den USA: Mit seinen Mordtaten und Mitteilungen an die örtliche Presse hielt der Zodiac-Killer Ende der 1960er-Jahre den Großraum San Francisco in Atem. Die Tatsache, dass die Identität des Täter bis heute ungeklärt ist, macht den Fall zu einem der rätselhaftesten in der amerikanischen Kriminalgeschichte. In David Finchers Zodiac – Die Spur des Killers leisten zwei Journalisten Detektivarbeit.

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Holzhammer-Bingo mit Costa-Gavras und John Travolta: Mad City (1997)

Dustin Hofman und John Travolta in Mad City.

Amoklauf, Geiseldrama oder Selbstmordanschlag – wo liegt schon der Unterschied?  Was zumindest die mediale Berichterstattung betrifft, die Beißreflexe sind fast immer dieselben. Die Kernbotschaft von Mad City ist gar nicht mal so verkehrt. Doch Costa-Gavras Medienschelte von 1997 mag sich nicht so richtig entscheiden, ob sie Satire oder Melodram sein will. Fest steht: Der Altmeister hätte lieber auf den allzu exzessiven Gebrauch des Holzhammers verzichtet.

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