Barry Barron (Elliott Gould) legt in Dead Men Don't Die eine eher ungesunde Gesichtsfarbe an den Tag.

Zoten mit Zombies: In Dead Men Don’t Die holt eine Putzdame und nebenberufliche Voodoo-Priesterin einen toten Nachrichtenmoderator zurück ins…nun ja…Leben. Elliott Gould, bekannt als windiger Vegas-Investor Reuben aus der Ocean’s Reihe, schlurft käsig geschminkt durch diese Horror-Klamotte.

Text: Patrick Torma. Bildmaterial: KSM.

Barry Barron genießt als Anchorman vor der Kamera großes Ansehen. Tief im Inneren jedoch ist er noch immer der investigative Reporter, der seine Geschichten am liebsten selbst recherchiert. Doch seine Neugier wird ihm schon bald zum Verhängnis: Als er eines Tages drei schräge Vögel bei ihrer Drogenschieberei inflagranti ertappt, wird er im sendereigenen Parkhaus umgenietet. Seine sensationsgierige Co-Moderatorin Dulcie Niles (Melissa Sue Anderson) findet Barrons Leichnam und wittert ihren Durchbruch. Da sie aber ihre Kamera nicht parat hat, lässt sie den Tatort für einen kurzen Moment unbeobachtet – zurück in der Tiefgarage ist das Mordopfer plötzlich spurlos verschwunden.

Die Verwirrung ist perfekt, als Barry Barron pünktlich zur Prime Time erscheint, um seinen Dienst vor der Kamera anzutreten. Reinungsfachkraft Chakufah (Mabel King) hat ihre schwarze Magie spielen lassen und ist nun stolze Managerin eines untoten Fernsehstars. Freilich merkt am Set niemand, Dulcie Niles eingeschlossen, dass Barron das Zeitliche gesegnet hat. Wie auch? Alles, was der Maske einfiel, war Elliott Gould käseweiß zu schminken und ihn in die Steckdose packen zu lassen. Mehr Zombie ging nicht. Aber so ein richtig modriger Untoter hätte diesem kleinen Verwirrungsspiel wahrscheinlich den Spaß verdorben.

Weiße Gesichtsfarbe und Stehhaare – fertig ist der Nachrichten-Zombie

Denn Dead Men Don’t Die wärmt seinen „Clou“ im Laufe der 90-minütigen Spielzeit mehrfach auf. Die belämmerten Drogendealer, die den neugierigen Nachrichtenmann mit Blei vollgepumpt haben, staunen nicht schlecht, als sie Barron „putzmunter“ über den Schirm flimmern sehen. Also geht’s zurück zum Sender, um den unliebsamen Zeugen wahrhaftig mundtot zu machen. Allerdings geht auch dieses Vorhaben in die Hose. Am Ende legen die drei Bandidos ebenfalls eine ungesunde Gesichtsfarbe an den Tag.

Diagnose: Völlige Ideenarmut. Blass bis auf die Knochen, ist Dead Men Don’t Die ein ödes Vergnügen. Die Zoten sind ein Graus, zum Leidwesen aller werden die müden Scherze, von denen die Verantwortlichen glaubten, dass sie besonders gut seien, überstrapaziert. Gefühlte drölfzig Mal staucht Chakufah ihr Gefolge mit den Worten „Euch Zombies kann man keine zwei Minuten alleine lassen“ zusammen – ein Running Gag zum Davonlaufen. Erst in der Schlussviertelstunde nimmt der Streifen Fahrt auf – und das wortwörtlich mit einer herrlich-belämmert choreografierten Verfolgungsjagd in einem Cabrio voller Wiedergänger.


Ansonsten ist der längst eingesetzte Verwesungsprozess nur allzu offenkundig. Und das nicht nur allein aufgrund des Alters. Schon zu Entstehungszeiten erklomm Dead Men Don’t Die allerhöchstens durchschnittliche TV-Standards. Tatsächlich zählt das 8oer-Jahre-Ambiente noch zu den Pluspunkten dieser Zombie-Schmonzette. Erwähnenswert sind allenfalls noch der Voodoo-mäßige Soundtrack mit seinen Reggae- und Ska-Rhythmen und Goulds idiotische Gesichtsentgleisungen. Der Rest ist weit über dem Verfallsdatum.


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Dead Men Don’t Die

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