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So ticken Journalisten im Film.

Tag: Sensationsjournalismus (Page 1 of 2)

Die Leiden des Charles F. Kane: Citizen Kane (1941)

Citizen Kanes Bedeutung für die Filmgeschichte ist unbestritten. Offener ist da schon die Frage nach dem Standing dieses Klassikers für das Genre der Journalistenfilme. Meilenstein oder Randnotiz? Schauen wir uns die journalistische Komponente(n) in Orson Welles Meisterwerk genauer an.

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Journalist vs. Inzest-Piraten: Freibeuter des Todes (1980)

Vom Süßwassermatrosen zur Ein-Mann-Piraten-Abwehr: Der Reporter Blair Maynard stürzt mit seinem Sohn Justin vor Bermuda ab und wird von inzestuösen Seeräubern gezwungen, einen Beitrag zum Genpool zu leisten. Freibeuter des Todes sollte an den Erfolg von Der weiße Hai anknüpfen, ging jedoch als großzügig budgetierter Trash-Film baden.

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Kurz notiert: Wayne Gale in Natural Born Killers (1994)

Ein Reporter stalkt einem psychopathischen Pärchen hinterher – und wird selbst zum Psychopathen. Oliver Stones Kultfilm Natural Born Killers kritisiert die Bigotterie der Medien und lässt mit dem Dokutainment-Host Wayne Gale einen wahren Serienkiller-Groupie walten. Die Quittung gibt es in Form von Blei.

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Kurz notiert: Jagdfieber mit Tony Pope – Predator 2 (1990)

Die Jagd ist wieder eröffnet: Mit Predator – Upgrade bekommt die extraterrestrische Killermaschine mit den Dreadlocks ein neues Kinokapitel spendiert. Zeit für einen kleinen Rückblick in die Zukunft von 1997: In Predator 2 treibt ein skrupelloser Jäger sein Unwesen. Sein Name: Tony Pope. Von Beruf: Sensationsreporter. 

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Böll vs. BILD: Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975)

Eine Frau im Fadenkreuz: Katharina Blum lernt auf einer Karnevalsfeier einen Mann kennen. Es knistert gewaltig, die beiden haben einen One-Night-Stand. Was sie nicht weiß: Ihre Bekanntschaft steht im Verdacht, terroristische Aktivitäten vorzubereiten. Über Nacht wird Katharina selbst zur Tatverdächtigen. Von den Behörden in die Mangel genommen, von den Medien als „Terrorbraut“ kriminalisiert, mutiert ihr Leben zum Spießrutenlauf. Volker Schlöndorffs Die verlorene Ehre der Katharina Blum ist die Verfilmung von Heinrich Bölls gleichnamiger Abrechnung mit der Springer-Presse. 

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Weegees Wiedergänger: Leon Bernstein in „Der Reporter“ (1992)

New York, zu Beginn der 1940er-Jahre: Für die einen ist er der „große Bernzini“, für andere eine von Manhattans „Blitzlichtratten“. Leon Bernstein (Joe Pesci, Good Fellas, Wie ein wilder Stier) verdient seine Dollars mit sensationslüsternen Bildern, träumt aber gleichzeitig von einer Ausstellung im Museum of Modern Art. In Howard Franklins Neo Noir-Krimi wird Der Reporter Zeuge einer mafiösen Verschwörung. Vorbild für „Bernzy“ ist der legendäre Straßenfotograf Weegee.

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Von der Print- in die Ehekrise: Gone Girl (2014)

Szenen einer Schein-Ehe: Für Außenstehende sind Nick und Amy Dunne ein Traumpaar. Der smarte Journalist und die fleischgewordene Kinderbuchheldin. Doch mit dem beruflichem Misserfolg und den Umzug in die Provinz blättert der Liebeslack ab. Aus Rache an ihrem inzwischen untreu gewordenen Märchenprinzen „peppt“ Amy die Beziehung wieder auf, indem sie ihr eigenes Verschwinden inszeniert. Öffentlichkeitswirksam, versteht sich. Als versierter Medienprofi weiß sie, worauf die Meute anspringt. Gone Girl – Das perfekte Verbrechen ist nicht nur Krimi, sondern auch ein Film über die Reflexe der Sensationsberichterstattung.

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Sündenfall und Mahnmal: Gladbeck (ARD-Zweiteiler, 2018)

Es ist das folgenreichste Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte: das Geiseldrama von Gladbeck. Polizei und Behörden der „betroffenen“ Länder leisten sich nach dem beobachtungsfreien Abzug der Gangster eine Serie von Fehleinschätzungen und Versäumnissen, die derart beispiellos ist, dass die Einsatzkoordination anschließend völlig umgekrempelt wird. Vor allem steht Gladbeck synonym für den Sündenfall der bundesdeutschen Medien. Sie verzerrten diese 54 Stunden im August 1988 nicht nur zu einem absurden Spektakel, sondern griffen aktiv ins Geschehen ein – und beeinflussten so den tragischen Ausgang der Geiselnahme. Der TV-Zweiteiler Gladbeck dokumentiert, was nie hätte geschehen dürfen.

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Buschmesser und Krimsekt mit Sue Charlton: Crocodile Dundee (1986)

Sue Charlton staunt über Crocodile Dundees imposantes Messer.

Aus dem australischen Busch in die Gazetten dieser Welt: Einmal im Jahr karrt RTL vergessene „Granden“ und geltungssüchtige D- bis F-Promis nach Down Under, wo sie formschön vorgeführt werden. Was mancher unter dem Eindruck von elf Staffeln IBES verdrängt haben mag: Costa I. war nicht der erste Dschungelkönig. Das war Crocodile Dundee. Dessen Inthronisierung fand jedoch unter umgekehrten Vorzeichen statt. Anders als der Privatsender aus Köln gabelte die fiktive New Yorker Zeitung Newsday einen No-Name im Outback auf, um ihn anschließend der zivilisierten Welt als waschechten Hinterwäldler zu präsentieren. Doch die designierte Lachnummer entpuppte sich als einflussreicher Werbebotschafter für die australische Touristikbranche. Australien wurde zum Traum aller Auswanderer. Ein Kerl von einem Kerl, dem man gehörigen Respekt zollte. Zumindest die paar Jahre auf dem Schulhof. Weil er uns lehrte wie ein richtiges Messer aussieht. Danke, Sue Charlton.

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Mason Weaver aus Kong: Skull Island (2017) – Die weiße Frau mit dem Fotoapparat

Affentheater auf journalistenfilme.de: Aktuell macht König Kong die Lichtspielhäuser unsicher. Augenzeugin ist die Fotojournalistin Mason Weaver – sie begleitet die Expedition nach Skull Island. Ursprünglich mit einem festen Arbeitsauftrag. Am Ende wandelt sie „nur“ auf den Spuren von Fay Wray, Jessica Lange und Naomi Watts, indem sie sich als „Weiße Frau light“ entpuppt.

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