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Interview mit einem Vampir ist ein wegweisender Film. Er und Anne Rice Vampirchroniken haben unser Bild vom untoten Blutsauger entscheidend geprägt – weg vom wilden Wüstling, hin zu den gefühlsduseligen Geschöpfen der Nacht wie wir sie aus der Twilight-Serie kennen. Davon kann man jetzt halten, was man will. Fakt ist: Einer hätte diese Entwicklung vorausahnen können. Wenn er denn die richtigen Fragen gestellt hätte – Interviewer Daniel Malloy.

Text: Patrick Torma. Bildmaterial: Warner Bros.

Zur Person: Der Reporter Daniel Malloy liest seine Geschichten buchstäblich von der Straße auf. Optisch eher der Slacker/Hipster-Typ mit Nerdbrille und obligatorischer Zigarette, gehört er zu den journalistischen Fußsoldaten, die die Leute einfach so anhauen. „Ich sammele  Schicksale“, verrät Daniel Malloy gleich zu Beginn. Diesmal ist er selbst in eine schicksalshafte Nacht geraten. Der Jahrhunderte alte Vampir Louis hat Malloy auserwählt, damit dieser seine Lebens- und Leidensgeschichte als Blutsauger aufzeichnet. Netter Scoop. Fast so gut wie ein Treffen mit Ninja-Schildkröten. Aber nur fast.

Funktion: Eigentlich ist der Filmtitel ein Etikettenschwindel. Das Interview mit einem Vampir müsste eher Monolog eines Vampirs heißen. Zumindest in der Filmversion. Daniel Malloy ist nicht mehr als ein Stichwortgeber, von Gesprächsführung kann keine Rede sein. Und doch nimmt der Reporter eine interessante Rolle ein: nämlich die des Mittlers. Stellvertretend für uns Zuschauer klopft Daniel Malloy die gängigsten Vampir-Mythen auf ihre Gültigkeit hin ab. Roman- und Drehbuchautorin Anne Rice modifiziert einzelne Vampireigenschaften: Knoblauch und Kruzifixe können den Rice-Vampiren beispielsweise nichts anhaben. Indem der Journalist doch hin und wieder Zwischenfragen stellt, trägt er zum Set-Up des Rice-Universums bei.

River Phoenix sollte Daniel Malloy spielen

Trivia: Gespielt wird Daniel Malloy von Christian Slater. Ursprünglich sollte die Rolle der aufstrebende River Phoenix übernehmen. Doch Phoenix starb bekanntlich in der Halloween-Nacht 1993 – vier Wochen, bevor seine Szenen für den Film gedreht werden sollten. Slater sprang ein und spendete seine Gage an Phoenix‘ Lieblingshilfsorganisationen. Für den gebürtigen New Yorker markiert die unverhoffte Rolle des Daniel Malloy einen Karrierehöhepunkt – zu Beginn der 2000er, spätestens mit seinem Auftritt in Uwe Bolls Videospielverfilmung Alone in The Dark rutschte Slater aus den A-Produktionen ins B-Fach ab. Aktuell poliert er seinen Ruf im Serien-TV (u.a. Mr. Robot) wieder auf.

Nachhaltigkeit: In Interview mit einem Vampir ein Nebendarsteller, in der unsäglichen Fortsetzung Königin der Verdammten glücklicherweise übergangen, nimmt Daniel Malloy in Anne Rices Vampirchroniken eine exponiertere Rolle ein. Das macht ihn zwar nicht zu einer denkwürdigen Journalistenfigur. Fans hat Daniell Malloy dennoch. Es gibt sogar einen Tribute-tumblr-Blog. Der Titel: Fuck yeah, Daniel Malloy. Mit wundervollen GIFs wie dieser hier:

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Gruselig, nicht nur zu Halloween: Unser Best-of der Journalisten in Horrorfilmen.


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