Die Jagd ist wieder eröffnet: Mit Predator – Upgrade bekommt die extraterrestrische Killermaschine mit den Dreadlocks ein neues Kinokapitel spendiert. Zeit für einen kleinen Rückblick in die Zukunft von 1997: In Predator 2 treibt ein skrupelloser Jäger sein Unwesen. Sein Name: Tony Pope. Von Beruf: Sensationsreporter. 

Text: Patrick Torma. Bildmaterial: 20th Century Fox.

Zur Person: Los Angeles im Jahr 1997:  Die Stadt versinkt in Gewalt und Chaos. Kolumbianische und jamaikanische Gangs liefern sich blutige Schlachten mit den Cops. Und als ob das nicht genug wäre, mischt sich ein außerirdisches Wesen mit ausgewachsenem Killerinstinkt ein. Mittendrin: Tony Pope (Morton Downey Jr.), Host einer reißerischen Nachrichtenshow namens Hard Core. Als solcher berichtet unmittelbar von den Tatorten – „on the scene and in your face“. „It’s like Dante’s Hell down here.“, leitet er seinen Frontbericht im TV ein. Der Mann hat ganz offensichtlich einen Hang zur Dramatik.

Funktion: Der zweite Teil der Predator-Reihe spielt in der nahen Zukunft; der Film selbst stammt aus dem Jahr 1990. Die Stadt der Engel gehört (nicht nur) zu dieser Zeit zu den US-Metropolen mit den höchsten Kriminalitätsraten, zu Beginn der 1990er-Jahre tobt ein Drogenkrieg auf den Straßen (mehr zu Hintergründen siehe: Kill The Messenger). Das Setting von Predator 2 ist das einer nicht allzu fernen Dystopie, in der die Gewalt die Oberhand gewonnen hat.

Journalist mit dem Janusgesicht

Dieses futuristisch-abgerockte Moloch ist der Spielplatz, auf dem sich Tony Pope austobt. Pope ist ein Journalist mit Janusgesicht: Vordergründig inszeniert er sich als Sprachrohr einer stimmlosen Mehrheit auf den Straßen, als jemand, der ganz offen mit den Mächtigen bricht, um das Wohlergehen seiner Stadt einzufordern: „Who the hell’s in charge down here? The cops? Uh-uh! They’re outmanned, outgunned, and incompetent! Mr. Mayor, on vacation at your home in Lake Tahoe: Get off your butt, get down here, and declare martial law!“, fährt Pope den Bürgermeister an.

Wie ernst er es mit seinen Forderungen meint, das ist allerdings äußerst zweifelhaft. Pope suhlt sich in seiner Rolle als Dorn in der Wunde. Gleichwohl profitiert er von dem Chaos in den Häuserschluchten. Ohne Gewalt und Bandenkriege kein Hard Core. Popes Berichte zehren von der Brutalität, die er mit drastisch-blumigen Worten ausschmückt. Sein Umgang mit Polizeibeamten, die gerade Kollegen im Straßenkampf sterben sehen haben, ist ein pietätloser. Dies erfährt Protagonist Lt. Mike Harrigan (Danny Glover) am eigenen Leibe, als sich die Wege der beiden Figuren kreuzen. Harrigan hat soeben seinen Partner verloren, da versucht ein völlig aufgedrehter Pope Informationen aus ihm herauszupressen: „Hey, Harrigan! More victims, more mutilations!“

Tony Pope und Wayne Gale: Brüder im Geiste

Tony Pope und Hard Core sind Parodien auf die ausufernde True Crime-Berichterstattung im wirklichen Leben – 1989 startet das Format Cops, das einen Reality-TV-Boom auslöst – und ein kritischer Kommentar zur Debatte über die immer drastischeren Gewaltdarstellungen im Fernsehen. Dass diese Kritik in einem Film wie Predator 2, der ebenfalls nicht mit grafischer Gewalt geizt, vorgetragen wird, entbehrt nicht einer gewissen Bigotterie. Gleichwohl hat dieser Gegenschlag seine Berechtigung. Dazu muss man wissen: Wir befinden uns in der Hochphase der VHS-Ära, die mit ihrer Horror- und Action-Schwemme von einer öffentlichen Diskussion über Gewaltvideos begleitet wird – vergleichbar mit den Killerspiel-Debatten in den 2000er-Jahren. Das Fernsehen inszeniert sich als Hort der Sitte, buhlt aber gleichzeitig im Schatten dieser Diskussion mit Crash- und Crime-Storys um die Gunst der Zuschauer. Predator 2 prangert diese Doppelmoral an, wenn auch in einem weitaus geringeren Maße als es beispielsweise Oliver Stone mit seinen wuchtig-gewalt(tät)igen Natural Born Killers tut. Aber: Stones ruhmsüchtiger Reporter Wayne Gale (Robert Downey Jr.) und Tony Pope sind durchaus Brüder im Geiste.

Trivia: Der Schauspieler hinter der Figur Tony Pope, Morton Downey Jr., war selbst eine Trash-TV-Ikone. The Morton Downey Jr. Show gilt als ein Pionierformat des Krawallfernsehens, wesentliches Merkmal der Sendung waren wilde Schreiarien, die sich der Host mit seinen Gästen und Teilen des Publikums lieferte. Dabei rauchte Downey Kette und es kam immer wieder vor, dass er seinen Studiogästen Rauch in Gesicht blies. Einer der Sprösslinge von König Bowser, Erzwidersacher von Super Mario in der gleichnamigen Spielereihe, wurde nach Downey benannt. Seinen ersten Auftritt hatte Morton Koopa Jr. in Super Mario Bros. 3 auf dem Nintendo Entertainment System (1988).


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