The Insider 11

„Watergate didn’t kill my parents. Cigarettes did.“ (Roger Ebert)

The Insider gilt unter vielen Filmfans als legitimer Nachfolger von Die Unbestechlichen. Vielleicht ist er sogar mehr als das. Weil Michael Manns vielschichtiger Thriller vor dem Hintergrund heutiger Sehgewohnheiten besser funktioniert als Alan J. Pakulas Loblied auf den investigativen Journalismus. Weil die kriminellen Verwicklungen eines Präsidenten von vor vierzig Jahren verblasst sind. Und weil die Machenschaften der Tabakindustrie weitaus mehr Menschen auf dem Gewissen haben als Roger Eberts Eltern.

Von Patrick Torma. Bildmaterial: Buena Vista Pictures.

Prinzipientreue ist ein wiederkehrendes Motiv in Michael Manns Filmen; ausgelotet im Konflikt zweier Männer, die unter weniger widrigen Umständen beste Freunde sein könnten, im Jetzt jedoch keinen gemeinsamen Nenner finden dürfen. Polizei-Lieutenant und Profigangster (Heat), Taxifahrer und Auftragskiller (Collateral), Staatsfeind und FBI-Agent (Public Enemy) sind nun mal schlecht miteinander vereinbare Positionen. In The Insider spendiert Michael Mann seinem Leinwand-Duo ausnahmsweise eine gemeinsame Agenda. Jeffrey Wigand (Russell Crowe) und Lowell Bergman (Al Pacino) wollen die Wahrheit ans Licht bringen, zum Wohle der Öffentlichkeit. Unter unterschiedlichen Vorzeichen, versteht sich. Denn ganz so einfach macht es Michael Mann seinen Protagonisten dann doch nicht.

Lowell Bergman ist ein Wahrheitssuchender von Berufswegen, einer, der die ganz heißen Eisen anpackt. Als Redakteur des preisgekrönten CBS-Nachrichtenmagazins 60 Minutes fungiert er als eine Art „Kontaktanbahner“. Sein Job ist es, spektakuläre Interviewpartner zu identifizieren, ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen und sie aufs Auspacken vor laufender Kamera vorzubereiten. Eines Tages werden ihm Dokumente zugespielt, die auf fragwürdige Praktiken innerhalb der Tabakindustrie hinweisen. Bergman ahnt die Brisanz – wir befinden uns in einer Zeit, in der das Gesundheitsrisiko von Zigaretten zwar allgemein bekannt ist, von den Konzernen aber systematisch verneint wird – benötigt jedoch einen Experten, der ihm das Dossier übersetzt.

Szene aus The Insider: Lowell Bergman nimmt Kontakt mit Jeffrey Wigand auf.

Bitte ankreuzen. Jeffrey Wigand: „Gehen auch Mehrfachantworten?“

The Insider: Zwischen den Stühlen

Lowell Bergman wendet sich an Dr. Jeffrey Wigand, nicht ahnend, dass dieser ihm die Dokumente zuspielte. Wigand plagen Gewissensbisse: Dass Glimmstängel keine homöopathische Wirkung entfalten, dessen war sich der Chemiker bereits bewusst, als er den Job in der Forschungsabteilung des Tabakkonzerns Brown & Williamson antrat. Das unschlagbare Salär und die damit verbundene finanzielle Absicherung seiner Familie allerdings ließ die moralischen Bedenken verstummen. Bis er von der Beimischung wirkungsverstärkender Zusatzstoffe wie Ammoniak Kenntnis erlangt. Wigand überwirft sich mit seinem Arbeitgeber. Zu Beginn des Films hat er sein Büro geräumt.

Wigand will die Recherchen Bergmans anschieben, er besitzt zunächst jedoch kein Interesse daran, als Kronzeuge aufzutreten. Zwar lodert ein gewisses Unrechtsbewusstsein in ihm, doch er weiß, dass er von diesem Unrecht profitiert hat. Außerdem ist da noch die Verschwiegenheitserklärung, die er unterschrieben hat: Die familiäre Existenz ist an ihrer Einhaltung gekoppelt, die Wigands sind aufgrund der schweren Asthma-Erkrankung ihrer Tochter auf die Krankenversicherung angewiesen. Erst als ihm die Konzernleitung offen droht (in den obersten Etagen ahnt man von Wigands Potenzial als Whistleblower), öffnet er sich den Avancen Bergmans, der ihn für ein Interview bei 60 Minutes gewinnen will.

Szene aus The Insider: Psychoterror zwingt Jeffrey Wigand in die Knie.

Am Boden: Psychoterror zwingt Jeffrey Wigand in die Knie. Aber keine Bange: Bis zur zweiten Hälfte des Films steht der Doktor wieder.

Erst Polit-, dann Medienthriller

Inhaltlich ist The Insider ein Zweiteiler. Die erste Hälfte des Film widmet sich primär dem Innenleben des Informanten. Wigand sieht sich einem unmenschlichen Druck ausgesetzt. Das eigene Ideal steht zwischen den Stühlen, zwischen den Verpflichtungen seiner Familie gegenüber auf der einen, und der schriftlich fixierten Loyalität zu seinem früheren Arbeitgeber, der seinen Interessen mit zunehmenden psychischen Terror Nachdruck verleiht, auf der anderen Seite. Kurz: Er hat zu viel zu verlieren, als dass er sich einen Kohlhaas’schen Feldzug gegen einen übermächtigen Gegner erlauben könnte. Der Zuschauer leidet mit ihm, er kann das seelische Martyrium ganz und gar nachvollziehen. Russell Crowe spielt die Figur des Jeffrey Wigand eindringlich-fahrig, stets am Rande eines impulsiven Ausbruchs. Seine offensichtliche Unruhe wird durch die unruhige Kamera (Dante Spinotti, u.a. Heat & LA Confidental) zusätzlich verstärkt.

Die Paranoia vor der drohenden Eskalation macht The Insider unglaublich spannend. Die Einschüchterungsversuche steigern sich, ohne dass es zur körperlichen Gewalt kommt. Das macht die Situation für den Zuschauer noch unerträglicher. Wo kein Angriff ist, kann es keine Abwehr geben. Die Machtlosigkeit gegen einen Gegner, der sich nicht belangen lässt, weil er weite Teile der Obrigkeiten unter seine Kontrolle weiß, lässt Wigand verzweifeln. In dieser für ihn ausweglosen Situation schlägt Lowell Bergman eine Verschiebung der Machtverhältnisse mit Hilfe der Medien vor: Wenn Wigand auspackt, wird nichts mehr so sein, wie es mal war.

Szene aus The Insider: Jeffrey Wigand (Russell Crowe) packt aus: Im Interview mit 60 Minutes bereichtet der Familienvater über die Vorgänge im B&W-Labor.

The Insider (Russell Crowe) packt aus: Im Interview mit 60 Minutes bereichtet der Familienvater über die Vorgänge im B&W-Labor.

Die reinigende Kraft des Journalismus

Dass die Macht der vierten Gewalt an ihre Grenzen stößt, wenn übergreifende Interessen gefährdet sind, ahnt Bergman noch nicht. Obwohl er ein alter Hase im Geschäft ist – der echte Lowell Bergman befindet sich Mitte der 1990er-Jahre in seinen Fünzigern – glaubt er an die reinigende Kraft des investigativen Journalismus, die in erster Linie einem zugute kommt: dem einfachen Manne, der den Umtrieben der Großen schutzlos ausgeliefert ist. Ein Jeffrey Wigand passt genau in Bergmans Beuteschema – und in das Konzept von 60 Minutes. Wobei die Ansprüche des Journalisten und die des Senders nicht gänzlich deckungsgleich sind, was wiederum den Konflikt in der zweiten Hälfte von The Insider befeuern wird.

Noch aber sind wir in der ersten Hälfe: Die Wigand-Episode steuert auf ihr Plädoyer zu: „Wenn ich vertrauliche Gespräche führe, bleiben sie vertraulich“, sichert Bergman seinem Hinweisgeber Informantenschutz zu, schließlich sind der investigative Journalismus im Besonderen und die Gesellschaft im Allgemeinen auf Menschen wie Wigand angewiesen. Bergman setzt daher alles daran, um ihm das Auspacken – moralisch wie rechtlich – zu erleichtern. „Die Welt braucht Menschen wie Sie“, beteuert der Journalist. „Und Menschen wie Sie“, erwidert Wigand in einer Mischung aus Einsicht und Sichfügens. Der Michael Mann’sche Männerkonflikt ist aufgelöst: Bergman und Wigand sind keine Gegner (was sie ohnehin nie wirklich waren) mehr, sondern Komplizen. Der Blick auf die Laufzeit lässt erahnen, dass die Zerreißprobe für dieses Band noch folgen wird.

Szene aus The Insider: Lowell Bergman (Al Pacino) und Mike Wallace (Christopher Plummer) müssen bald feststellen, dass ihr Sender kein Debattierclub ist.

„Noch haben wir das Sagen!“ Lowell Bergman (Al Pacino) und Mike Wallace (Christopher Plummer) müssen bald feststellen, dass ihr Sender kein Debattierclub ist.

Der journalistische Sündenfall

Wigand lässt sich von Bergmans Partner und 60 Minutes-Chef-Moderator Mike Wallace interviewen. Das, was er vor laufender Kamera zu sagen hat, birgt eine enorme Sprengkraft. Führende Köpfe der Tabakbranche haben sich des Meineides schuldig gemacht, um die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens zu verschleiern. Der einfache Mann schlägt zurück, so scheint es. Das Hochgefühl hält nur kurz an: Der Tabakkonzern droht CBS mit einer Millardenklage, sollte er die Aussagen Wigands ausstrahlen. Die Sendung erscheint in einer stark geänderten Fassung, ohne die Interviewpassagen mit dem Kronzeugen. Aus dem Politthriller wird ein Medienthriller.

Lowell Bergmans Bild von der Reinheit des Journalismus wird getrübt. Mit Entsetzen muss er feststellen, dass die Pressefreiheit dort aufhört, wo übergeordnete Interessen bedroht sind. Nachrichten sind, insbesondere in den USA, ein Geschäft, in dem Journalisten nur die Fußsoldaten sind. Befehlshaber sind die Kaufleute und Medienmogule, Basis ihrer Doktrin ist die Wirtschaftlichkeit. Natürlich müssen sich Nachrichten rechnen. Wer jedoch der Einflussnahme von Außen nachgibt, begeht aus journalistischer Sicht einen Sündenfall.

Szene aus The Insider: Die Selbstregulierung der Medien funktioniert - dank der ordentlichen Anschubhilfevon Superjournalist Lowell Bergman, der den Medienskandal lanciert.

Die Selbstregulierung der Medien funktioniert – dank der ordentlichen Anschubhilfe von Superjournalist Lowell Bergman, der den Medienskandal lanciert.

Wer kontrolliert die Medien?

Nun ist die Tabakindustrie kein direkter Geldgeber, kein Kunde, der nach unliebsamer Berichterstattung mit Anzeigenentzug droht, sondern ein potenzieller Kläger. Klagen können Medienhäuser empfindlich treffen. Wenn sie zurecht geführt werden. Wenn Journalisten etwa ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigen und verleumderisch tätig werden. In diesem Fall allerdings ist das Säbelrasseln von Brown & Williamson eine haltlose Drohgebärde, die die Journalisten bei ihrer Suche nach der Wahrheit einschüchtern soll. Diese Tatsache allein ist skandalös. Das Einknicken der Sendeleitung macht den Skandal perfekt.

The Insider stellt die oft gestellte Frage: Wer kontrolliert eigentlich die Medien? Wo viele medienreflexive Filme nur ein Achselzucken als Antwort parat haben, liefert The Insider die Antwort gleich mit: Die Kontrolle der Medien kann nur aus den Medien selbst heraus erfolgen – und zwar von der Grasnarbe aus. In den USA hält ein Dutzend Konzerne 90 Prozent der Medien, der 1974 ins Leben gerufene nationale Presserat hat sich niemals durchgesetzt. Die einzige Hoffnung sind Männer wie Lowell Bergman: Idealisten, die ihren Kollegen kritisch auf die Finger schauen. Umso bitterer ist die Erkenntnis, dass selbst auf engste Mitstreiter kein Verlass ist. Bergmans väterlicher Partner Mike Wallace (Christoph Plummer), graue Eminenz von 60 Minutes, fügt sich der Anordnung des Senders. In seinem Alter machen sich Männer Gedanken darüber, wie sie der Nachwelt in Erinnerung bleiben wollen.

Szene aus The Insider: Die Selbstregulierung der Medien funktioniert - dank der ordentlichen Anschubhilfevon Superjournalist Lowell Bergman, der den Medienskandal lanciert.

Der alte Mann und das Meer: Al Pacino verbindet in The Insider Badespaß mit der Verteidigung journalistischer Grundwerte.

Superjournalist Al Pacino

Dem echte Mike Wallace (1918 – 2012) missfiel die Darstellung seiner Person. Die Sorge um sein Vermächtnis soll nicht allein ausschlaggebend für seine Haltung gewesen sein. Mike Wallace litt zeitlebens unter Depressionen, ausgelöst durch einen 120 Millionen Dollar schweren Rechtsstreit im Nachgang eines Berichts über General William Westmoreland, 1964 bis 1968 Oberbefehlshaber der US-Truppe in Vietnam. The Insider spart diese Vorgeschichte aus.

Der Film bedient sich dieses – bewussten oder unbewussten – dramaturgischen Kniffes, um die Fronten innerhalb des 60 Minutes-Teams zu verhärten, wobei die Christopher Plummer gespielte Figur durch ihre späte Einsicht durchaus rehabilitiert wird. Über weite Strecken ist Lowell Bergman jedoch der einzige in seinem Haus, der die Fahne journalistischer Integrität aufrecht hält. Natürlich hat er das Wohl seiner Sendung im Blick, doch geht es ihm nicht um Quoten. Sondern um Wahrheit. Er bedient sich nicht nur journalistisch-ethischer Ideale, er lebt sie – bis ins Übersteigerte hinein. Bergman-Darsteller Al Pacino tut zweifelsohne sein Übriges. Wenn der Altmeister besonders große Lust verspürt, reißt er seine Filme gerne an sich. Das Drehbuch gibt ihm reichlich Zeit und Raum für aufbrausende Monologe, in denen er die Grundsätze des Journalismus verteidigt. Es ist ein Vergnügen, ihm dabei zuzuhören, obwohl das Berufsethos zwischenzeitlich zum Berufspathos mutiert. Al Pacino schwingt sich auf zum Superjournalisten.

Szene aus The Insider: Pacino's going wild. Nachdem der erfahrere Lowell Bergman vom Glauben abgefallen ist, holt er zum Gegenschlag aus.

Pacino’s going wild. Nachdem der erfahrere Lowell Bergman vom Glauben abgefallen ist, holt er zum Gegenschlag aus. Liebstes Mittel zum Zweck: Der Monolog.

Erst blauäugig, dann berechend

Selbst das reale Vorbild kommt nicht umher, diese Darstellung als etwas überzogen („a bit too neat“) zu bezeichnen. Mehr noch: Bedenkt man, dass der echte Lowell Bergman von 1983 bis 1997 für 60 Minutes gearbeitet hat, mutet Al Pacinos überkandidelte Überraschung hinsichtlich der Vorgänge rund um das Wigand-Interview reichlich naiv an. Bereits vor der Brown & Williamson-Affäre war 60 Minutes in Kontroversen verwickelt. So hatte das Nachrichtenmagazin 1986 über eine vermeintliche Fehlfunktion des Audi 5000 berichtet. Angeblich sei es zu einer Reihe von Vorfällen gekommen, in denen geparkte Fahrzeuge ohne Vorwarnung losfuhren.  60 Minutes konnte dieses Phänomen nicht nachweisen, also wurde ein entsprechendes Modell manipuliert – wie man sich vorstellen kann, lag der amerikanische Absatzmarkt für Audi nach diesem Bericht lange Jahre brach. Später kam eine offizielle Untersuchung zu dem Ergebnis, dass diese Vorfälle auf Bedienungsfehler der Fahrzeughalter zurückzuführen seien. Diese Anekdote stellt nicht die Integrität des echten Lowell Bergman in Frage. Man darf aber annehmen, dass ein erfahrener Journalist keineswegs so blauäugig ist, wie von Al Pacino dargestellt, und die Konsequenzen seiner Berichterstattung abschätzen kann.

Dass Al Pacino alias Lowell Bergman sehr wohl weiß, wie die Medienlandschaft tickt, wird in seinem Bestreben, Wigand vor dem Rufmord zu bewahren, offenbar. Als die Tabaklobby den „Netzbeschmutzer“ mit lancierten Dossiers zu diskreditieren versucht,  lässt der Journalist seine Kontakte spielen. Er bittet die Kollegen von der Konkurrenz, Berichte und Abgabetermine zu verschieben und macht sie auf den Interessenkonflikt innerhalb der CBS aufmerksam. Er nimmt die Kontrolle der vierten Gewalt tatsächlich in die eigenen Hände. Seine Absichten sind ganz sicher ehrenhaft. Gleichwohl hinterlässt die Taktiererei vor dem nächsten Redaktionsschluss einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist es beruhigend zu sehen, dass die Selbstregulierungsmechanismen im Interesse der Wahrheit ineinandergreifen. Andererseits lässt sich leicht ausmalen, welche Ausmaße die Kungelei unter Kollegen annehmen kann. Viele Journalisten pflegen eine „Wir gegen die da oben“-Mentalität, die den Blick aufs Naheliegende vernebeln kann. Nicht umsonst gilt die zunehmende Skandalisierung von Nachrichten als Kehrseite jener Medaille, welche dem investigativen Journalismus in seiner Hochphase der 1970ern Jahre verliehen wurde. Zwischen Macht und Machtmissbrauch ist es nur ein schmaler Grat. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Selten aber wurde sie derart spannend in einen Journalistenfilm verpackt.

Szene aus The Insider: Al Pacino verlässt das CBS-Gebäude.

Pacino has left the building. Der Tag ist gerettet. Ein heldenhafter Journalistenfilm ist The Insider aber nicht unbedingt.

Der feine Unterschied

The Insider gilt zurecht als Referenz im Genre der Journalistenfilme. Vielleicht ist The Insider im direkten Vergleich mit Die Unbestechlichen tatsächlich der bessere, weil aufwühlendere Film. Die (An-)Spannung ist greifbarer, das Thema näher an der Lebenswelt vieler Zuschauer, ja selbst die grandiosen schauspielerischen Leistungen von Robert Redford und Dustin Hoffman werden übertroffen. Was Pacino mit seinem Hang zum Overacting zwischenzeitlich zu torpedieren droht, gleicht die nuancenreiche, beinahe unheimliche Darstellung von Russell Crowe wieder aus. Und doch existiert ein gravierender Unterschied, der den Ausschlag zugunsten von Die Unbestechlichen gibt. Fesgehalten von Lowell Bergman höchstpersönlich: „In ‚All the President’s Men,‘ the editors and reporters are heroes. That’s not the case here.“ („In Die Unbestechlichen sind Redakteure und Reporter Helden. In diesem Fall [von The Insider] sind sie es nicht.“)

Die Unbestechlichen ist und bleibt die Film-Fibel für angehende Journalisten. Pakulas Film ist eine Inspiration. Michaels Manns The Insider hingegen ist ein Film, der die Erinnerung an wichtige journalistische Prinzipien auffrischt. Ein Mahnmal, wenn man so will. Ein äußerst formidables Mahnmal.

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