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So ticken Journalisten im Film.

Tag: deutsche Geschichte

Einzelkämpfer gegen Einzeltäter: Ulrich Chaussy in Der blinde Fleck (2013)

In diesem Jahr – 2020 – jährt sich das Attentat auf das Oktoberfest in München zum vierzigsten Mal. Lange war der verheerendste Anschlag auf bundesdeutschem Boden ein vergessener. Der blinde Fleck holt dieses Ereignis im Jahr 2013 nicht nur zurück in die kollektive Erinnerung. Basierend auf den Recherchen des Journalisten Ulrich Chaussy, der sich über Jahrzehnte hinweg nie mit den offiziellen Ermittlungsergebnissen zufrieden gab, liefert der Film den Anstoß, ein scheinbar abgeschlossenes Kapitel nochmal fortzuschreiben.

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Journalistenfilme.de – der Podcast #11: Vaterland

Kontrafaktische Geschichtsstunde mit journalistenfilme.de – der Podcast: Florian und Patrick reisen nach Germania, Schauplatz der Robert Harris-Verfilmung Vaterland von 1994. Im Gepäck: Ansichten zur journalistischen Hauptfigur und ein Interview mit Filmregisseur Dennis Gansel.

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Francisco Boix – Der Fotograf von Mauthausen (2018)

Francisco Boix ist es zu verdanken, dass die Welt von den unmenschlichen Verbrechen im Konzentrationslager Mauthausen erfuhr. Der Spanier rettete, gemeinsam mit weiteren mutigen Inhaftierten, mehr als 2.000 Fotos vor der Vernichtung durch die SS. Sie wurden zu wichtigen Beweisstücken, unter anderem in den Nürnberger Prozessen. Doch allen Verdiensten zum Trotz blieben Boix und seine Mitstreiter über Jahrzehnte hinweg unbesungene Helden. In den vergangenen Jahren erst erschienen ein Theaterstück und eine Graphic Novel. 2018 zog Netflix unter dem Titel Francisco Boix – Der Fotograf von Mauthausen mit einer filmischen Ehrerbietung nach.

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Ringelpietz mit Skinheads: Der Infiltrator (1995)

50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Rechtsruck geht (nicht nur) durch Deutschland. Der israelische Journalist Yaron Svoray reist in die Bundesrepublik, um über die offen ausgelebte Ausländerfeindlichkeit zu berichten. Nach einem Neonazi-Angriff auf ein türkisches Café findet er sich in Polizeigewahrsam wieder – es gelingt ihm, das Vertrauen der mit inhaftierten Skinheads zu erwecken. Der Reporter driftet fortan immer tiefer in die Szene ab. Der Infiltrator fußt auf den Undercover-Recherchen, die der echte Svoray 1994 unter dem Titel In Hitler’s Shadow: An Isreali’s journey inside Germany’s neo nazi movement veröffentlichte.

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Böll vs. BILD: Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975)

Eine Frau im Fadenkreuz: Katharina Blum lernt auf einer Karnevalsfeier einen Mann kennen. Es knistert gewaltig, die beiden haben einen One-Night-Stand. Was sie nicht weiß: Ihre Bekanntschaft steht im Verdacht, terroristische Aktivitäten vorzubereiten. Über Nacht wird Katharina selbst zur Tatverdächtigen. Von den Behörden in die Mangel genommen, von den Medien als „Terrorbraut“ kriminalisiert, mutiert ihr Leben zum Spießrutenlauf. Volker Schlöndorffs Die verlorene Ehre der Katharina Blum ist die Verfilmung von Heinrich Bölls gleichnamiger Abrechnung mit der Springer-Presse. 

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Sündenfall und Mahnmal: Gladbeck (ARD-Zweiteiler, 2018)

Es ist das folgenreichste Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte: das Geiseldrama von Gladbeck. Polizei und Behörden der „betroffenen“ Länder leisten sich nach dem beobachtungsfreien Abzug der Gangster eine Serie von Fehleinschätzungen und Versäumnissen, die derart beispiellos ist, dass die Einsatzkoordination anschließend völlig umgekrempelt wird. Vor allem steht Gladbeck synonym für den Sündenfall der bundesdeutschen Medien. Sie verzerrten diese 54 Stunden im August 1988 nicht nur zu einem absurden Spektakel, sondern griffen aktiv ins Geschehen ein – und beeinflussten so den tragischen Ausgang der Geiselnahme. Der TV-Zweiteiler Gladbeck dokumentiert, was nie hätte geschehen dürfen.

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Kurz notiert: Mit Leutnant Werner auf Tauchstation – Das Boot (1981)

Vor Bochum war Das Boot: 1981 spielte Herbert Grönemeyer in Wolfgang Petersens maritimem Apocalypse Now den Kriegsberichterstatter Leutnant Werner. Als solcher geht er mit dem Unterseeboot U 96 auf Feindfahrt – und dabei folgender Frage auf den Grund: Wann ist ein Mann ein Mann?

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Führerkult unter Journalisten: Helmut Dietls Schtonk! (1992)

Hermann Willié Knobel Schtonk

Ob es nun Hitlers Frauen oder Hitlers Flugscheiben über Neuschwabenland sind, Hitlers Helfer oder Hitlers Hoden – jeder weiß: Hitler sells. Dem Stern wurde dieser Führerkult zum Verhängnis. Was als bedeutendster Scoop in die Geschichte des Magazins eingehen sollte, mutierte zum größten Medienskandal der Bundesrepublik: Die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher. Der Film Schtonk! spitzt die   grotesken Ereignisse auf wunderbar beängstigende Art und Weise zu. Dabei ging es Regisseur Helmut Dietl nicht allein darum, die Chronologie des Skandals zu veralbern. Schtonk! arbeitet auf, wozu die Bonner Republik nicht in der Lage war.

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