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so ticken Journalisten im Film

Tag: investigativer Journalismus

Das Spin-off zu Die Unbestechlichen: The Secret Man (2017)

Ob Bob Woodward und Carl Berstein ohne ihn ebenfalls zu Legenden des investigativen Journalismus aufgestiegen wären? Über 30 Jahre blieb der wohl berühmteste Whistleblower im Verborgenen. Heute weiß man: Deep Throat war niemand Geringeres als FBI-Vize-Direktor Mark Felt. So wie Regisseur Peter Landesman den 2008 verstorbenen Geheimdienstler darstellt, ist die Enthüllung des Watergate-Skandals vor allem das Verdienst eines grauen Ritters, der seine Behörde verriet, um die freiheitlich-demokratischen Werte seiner Nation zu schützen. The Secret Man schaut sich wie ein Spin-off zu Alan J. Pakulas Die Unbestechlichen – ergänzend und widersprüchlich zugleich.

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In echt jetzt? Journalistenfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen

Das Leben schreibt die besten Geschichten. Gerade im Genre der Journalistenfilme hat diese Binsenweisheit besondere Gültigkeit. Kein Wunder, eignen sich wahre Begebenheiten doch am besten, um den Sinn (und manchmal auch Unsinn) der vierten Gewalt hervorzuheben. Der folgende Überblick enthält alle Journalistenfilme, die auf diesem Blog bereits besprochen wurden und von realen Ereignissen erzählen. Wobei ich zwischen „Journalistenfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen“ und „Journalistenfilme, die lose auf wahren Begebenheiten beruhen“ unterscheide – die Nennung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. Der Artikel wird laufend erweitert, so dass sich irgendwann hoffentlich eine nahezu vollständige Liste ergibt. Viel Spaß beim Stöbern!

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Zum Abschuss freigegeben: Gary Webb in Kill The Messenger (2014)

Treffen sich zwei Männer. Konspirativ, versteht sich. „Manche Geschichten sind zu wahr, um sie zu verbreiten“, unkt der Insider verschwörerisch. Dessen Gesprächspartner zeigt sich unbeeindruckt. Noch. Schon bald jedoch gerät das Leben von Gary Webb aus den Fugen. Kaum sind seine brisanten Recherchen veröffentlicht, wird er  in die Mangel genommen – von seinem eigenen Berufsstand. Sieht so eine von höchster Stelle gesteuerte Schmutzkampangne aus? Oder ist der Pulitzer-Preisträger sehenden Auges in sein publizistisches Verderben gerannt? So wie der Film Kill The Messenger die Ereignisse aufarbeitet erzählt, lässt er wenig Spielraum für Interpretationen.

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Poul Brink: Journalist & Anwalt in The Idealist – Geheimakte Grönland (2015)

Poul Brink ist The Idealist - und einem Geheimnis des Kalten Krieges auf der Spur.

Weltgeschichte am Arsch der Welt: 1968 stürzt nahe der Thule Air Base eine B-52 Stratofortress der US Air Force ab. Die Ladung an Bord besitzt Sprengkraft – doch die Behörden spielen den Vorfall herunter. In der eisigen Steppe Grönlands kommt sowieso niemand nachsehen. 20 Jahre bleibt ein schmutziges Geheimnis des Kalten Krieges verborgen. Bis der dänische Journalist Poul Brink davon Wind bekommt und es an die Öffentlichkeit zerrt. The Idealist – Geheimakte Grönland hält die Geschichte für die Nachwelt fest. Der echte Poul Brink ist nicht mehr in der Lage, sie zu erzählen. Er erlag 2002 im Alter von nur 49 Jahren einem Herzinfarkt.

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Der Millennium-Bug unter den Journalisten: Mikael Blomkvist

Wie weit darf ein Journalist gehen? Gute Frage: In Stieg Larssons Millennium-Trilogie fackelt Mikael Blomkvist nicht lange. Um Hackerin Lisbeth Salander aus den Fängen einer staatlichen Verschwörung zu befreien, überschreitet er Grenzen. Seine eigenen, aber auch die seines beruflichen Kodexes. Doch gemessen am Hype rund um den wohl bekanntesten Schwedenkrimi ist Mikael Blomkvist der Millennium-Bug unter den Filmjournalisten. Soll heißen: Viel Lärm um wenig Substanz.

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Die publizistische Dystopie in Operation Zucker. Jagdgesellschaft (2015)

Polizistin Karin Wegemann beim konspirativen Austausch mit Journalist Mark Fellner.

Von seinen Lesern nicht ernst genommen, von den Mächtigen mundtot gemacht: Schlimmer kann es einen Journalisten nicht treffen. Mark Fellner (André Szymanski) verkörpert in Operation Zucker. Jagdgesellschaft den Idealtypus eines investigativen Reporters. Und dennoch findet er kein Gehör – angesichts des brisanten Themas, das der Kinderschänder-Krimi verhandelt, ist das fatal.

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Die Film-Fibel für Journalisten: Die Unbestechlichen (1976)

Die Unbestechlichen: Dustin Hoffman und Robert Redford bei der Recherche.

Wenn es einen Film gibt, den jeder angehende Journalist gesehen haben sollte, dann ist es „Die Unbestechlichen“. Nicht aufgrund der Tatsache, dass der Film die Geschichte zweier junger Journalisten erzählt, die den mächtigsten Mann der Welt (vermeintlich) zu Fall  brachten. Pressefreiheit, Informantenschutz, die Rolle der Medien als vierte Gewalt, die Grundvoraussetzung sauberer Recherche: Kaum ein Film lotet das Wesen des Journalismus derart dezidiert aus wie Alan J. Pakulas Meisterwerk. „Die Unbestechlichen“ ist ein hervorragendes Plädoyer für journalistische Integrität – und damit ein würdiger Start für journalistenfilme.de.

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