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Tag: Reflexe der Medien

Sündenfall und Mahnmal: Gladbeck (ARD-Zweiteiler, 2018)

Es ist das folgenreichste Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte: das Geiseldrama von Gladbeck. Polizei und Behörden der „betroffenen“ Länder leisten sich nach dem beobachtungsfreien Abzug der Gangster eine Serie von Fehleinschätzungen und Versäumnissen, die derart beispiellos ist, dass die Einsatzkoordination anschließend völlig umgekrempelt wird. Vor allem steht Gladbeck synonym für den Sündenfall der bundesdeutschen Medien. Sie verzerrten diese 54 Stunden im August 1988 nicht nur zu einem absurden Spektakel, sondern griffen aktiv ins Geschehen ein – und beeinflussten so den tragischen Ausgang der Geiselnahme. Der TV-Zweiteiler Gladbeck dokumentiert, was nie hätte geschehen dürfen.

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Holzhammer-Bingo mit Costa-Gavras und John Travolta: Mad City (1997)

Dustin Hofman und John Travolta in Mad City.

Amoklauf, Geiseldrama oder Selbstmordanschlag – wo liegt schon der Unterschied?  Was zumindest die mediale Berichterstattung betrifft, die Beißreflexe sind fast immer dieselben. Die Kernbotschaft von Mad City ist gar nicht mal so verkehrt. Doch Costa-Gavras Medienschelte von 1997 mag sich nicht so richtig entscheiden, ob sie Satire oder Melodram sein will. Fest steht: Der Altmeister hätte lieber auf den allzu exzessiven Gebrauch des Holzhammers verzichtet.

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