Er ist der Guido Knopp Hollywoods. Wie kein Zweiter versteht es Regisseur Steven Spielberg, historische Stoffe zu dichter Spielfilm-Unterhaltung zu verweben. Die Verlegerin (im Original The Post) heißt seine neueste Fingerübung und bietet alles, was man von einer Spielberg’schen Geschichtsstunde erwarten darf: Packendes Drama, tolle Schauspielleistungen und etwas Wissen, das hängen bleibt. Diesmal nimmt sich der Filmemacher eine publizistische Sternstunde vor: die Veröffentlichung der so genannten Pentagon Papers durch amerikanische Zeitungen im Jahre 1971. Ihre Enthüllungen entlarvten die militärischen Verwicklungen der USA in Südostasien als eine Aneinanderreihung von Fehleinschätzungen und Machtmissbräuchen, gleichzeitig markierten sie den Aufbruch in eine goldene Ära des investigativen Journalismus. Eigentlich das perfekte Setting für einen Journalistenfilm. Das Problem: Als oscar-nominiertes „Prequel“ (Andreas Busche, tagesspiegel) zu Alan J. Pakulas Die Unbestechlichen vermag Die Verlegerin dem Genre kaum etwas neues hinzufügen.

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