Chuck Browning ist der Held in Futureworld - und Journalist. Auch wenn das japanische Filmplakat etwas anderes suggeriert!

Zwei Nischen treffen aufeinander – Futureworld ist die Symbiose von Science-Fiction- und Journalistenfilm. Gewürzt mit einer Prise James Bond, miesen Martial Arts-Kloppereien und feuchten Träumen vom Gunslinger. Klingt krude? Ist es auch. Weil nichts unausgesprochen bleiben soll, lädt Patrick zur Therapiestunde Traumdeuter Thomas ein – in der zweiten Folge von journalistenfilme.de – der Podcast.

Text: Patrick Torma. Bildmaterial: Koch Media.

Futureworld ist das Land von Übermorgen – und die Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers Westworld, welcher durch die gleichnamige HBO-Serie wieder in aller Munde ist. Futureworld setzt zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Nachdem die Maschinen im Freizeitpark des Betreibers DELIOS Amok liefen, feiert der Robo-Rummel, in dem Touristenträume wahr werden, seine große Wiedereröffnung. Das Problem: So richtig zünden will der neu eröffnete Park nicht. Wer mag es den Leuten verübeln, dass sie dem Trubel erstmal fernbleiben? DELIOS plant daher den Marketing-Rundumschlag. Der Veranstalter lädt hochrangige Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu einem Schnupperbesuch ein; zusätzliche Publicity erhofft man sich durch die Presse, die ebenfalls hofiert wird. Im Pressetross findet sich auch Chuck Browning (gespielt von Easy Rider Peter Fonda) wieder, obwohl oder gerade weil der Journalist zu den schärfsten Kritikern des Projektes gehört.

Klare Rollenverteilung. Chuck Browning (Peter Fonda) ist Zeitungsjournalist. Seine Kollegin Tracy Ballard (gespielt von Blythe Danner) kommt vom Fernsehen und hat keine Ahnung.

Klare Rollenverteilung. Chuck Browning (Peter Fonda) ist Zeitungsjournalist. Seine Kollegin Tracy Ballard (gespielt von Blythe Danner) kommt vom Fernsehen und hat keine Ahnung.

Journalisten entern die Futureworld

Journalisten machen ja eher selten Science-Fiction-Filme unsicher. Und wenn doch, dann sterben sie einen frühen Tod oder sie sind meist kleine Nebenfiguren, die nicht viel zur Handlung beitragen. Das macht Futureworld zu einer Besonderheit. Und doch passt der Film genau ins Beuteschema seiner Entstehungszeit: Futureworld erscheint im Jahr 1976 und ist ein Kind der Post-Watergate-Ära. Der investigative Journalismus und das Verdikt der vierten Gewalt genießen einen guten Ruf. Wenn einer in der Lage ist, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, dann ist es der Journalist. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Futureworld einen Zeitungsreporter ins Rennen schickt.

Ich bin ein großer Fan von Westworld, die Fortsetzung allerdings hatte ich bislang nicht zur Kenntnis genommen. Bis mich Thomas Laufersweiler vom Blog SchönerDenken auf den Umstand stieß, dass ein Journalist die Hauptrolle spielt. Dankenswerter Weise hat sich Thomas gleich bereit erklärt, sich mit mir vor das Mikrofon zu setzen – herausgekommen ist ein fast zweistündiges Gespräch über das Selbstverständnis des Printjournalismus Mitte der 1970er Jahre, CGI-Pionierarbeit,  Erwartungshaltungen und die Funktion des Gunslingers (Yul Brynner), der groß auf dem Kinoplakat prangt, im fertigen Film aber nur einen kurzen Auftritt in einer Traumsequenz hat.

journalistenfilme.de – der Podcast im RSS-Feed.

Auch wenn die folgende Zwischenüberschrift den Eindruck erwecken mag: Dies ist nicht Thomas Laufersweiler von SchönerDenken.

Auch wenn die folgende Zwischenüberschrift den Eindruck erwecken mag: Dies ist nicht Thomas Laufersweiler von SchönerDenken.

Am Gastmikro: Thomas Laufersweiler

Mir hat der Podcast großen Spaß gemacht, auch weil es Thomas mit seinem großen Filmerfahrungsschatz immer wieder gelingt, mir die Augen zu öffnen, wenn wir über Filme von „vor meiner Zeit“ reden. Ich hoffe Euch geht es genauso. Feedback, Kritik wie Lob, und Tipps für weitere Folgen von journalistenfilme.de – der Podcast nehme ich gerne in den Kommentaren, den Social Media oder per Mail entgegen.

Kleiner Discliamer: Die Technik präsentiert sich gegenüber der ersten Folge zu Nightcrawler (mit Gast Christian Genzel) formverbessert, ab ca. Mintue 40 haben wir kleine Störgeräusche drin, die wir aber nach einigen Minuten beheben konnten und die  das Podcasterlebnis hoffentlich nicht allzu sehr stören.

Mehr zu SchönerDenken: Aufmerksame Leser wissen, dass ich ein großer Fan von SchönerDenken bin. Podcast- & Lesetipps von den Kollegen streue ich ja immer wieder ein, wenn es Berührungspunkte gibt. An dieser Stelle nochmal die geballte Weiterempfehlung, sofern ihr diesen Blog noch nicht kennt!

Unter schoener-denken.de findet ihr einen der langlebigsten und wertvollsten Blogs der Filmblogosphäre. Wertvoll deshalb, weil hier fundierte Analysen und echte Leidenschaft fürs Medium aufeinander treffen, die Liebe für unterschätze Klassiker und die Neugier auf neue Filme Hand in Hand gehen (besonderer Tipp: der Podcast unter dem Banner „Die üblichen Verdächtigen“, in dem Kinoerlebnisse knackig und unmittelbar nach dem Besuch eingeordnet werden). Wertvoll aber vor allem deshalb, weil die Damen und Herren den Austausch innerhalb der Blogosphäre fördern. Ich habe SchönerDenken einst Mutter Teresa der Filmblogosphäre getauft. Klingt rührseliger als es ist. Aber wenn einer das Motto „Sharing ist caring“ lebt, dann ist es dieser Filmblog. Beide Daumen hoch!

Linktipps zu Futureworld


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